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Reiseberichte - April 2007,
MCH-Clinic Jalalabad Patenschaftsantrag
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Besuch
der MCH Clinic in Jalalabad Ende April 2007
(von Herr Zekria Nazary) Download als
PDF-Datei
Am 31.3.07 brach ich mit meinen afghanischen Begleitern Richtung
Jalalabad auf. Es hatte in den letzten
Tagen für afghanische Verhältnisse ziemlich stark geregnet,
viele Afghanen sahen darin einen Segen. Leider hatten diese große
Wassermassen auch einen Nachteil.
Gerade bei den armen Menschen, die ihr Unterkünfte teilweise im
bisher seit langem ausgetrockneten Flussbett gebaut hatten, gab es
einige Tote.
Viele der Hütten wurden durch die Wassermassen zerstört |
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Zu
Erwähnen wäre noch, dass die Chinesen die Strassenverbindung
von Kabul nach
Jalalabad neu asphaltiert haben. Dies ist auf jeden Fall gut gelungen
wesentlich
angenehmer als die alte, sehr sehr schlechte Straße. Leider
waren die Arbeiten noch nicht zu Ende, es fehlten noch die wichtigsten
Leitplanken. Ohne
diese sind Unfälle vorprogrammiert. An diesem Tag war es leider
nicht anders,
kaum hatten wir den berühmten Mahiparpass hinter uns,
da trafen wir auf einen
Kleinbus, der gerade in den Fluss gestürzt war. Keiner der 13
Insassen hatte
den Unfall überlebt. Auf der Rückfahrt haben wir erf ahren,
dass
der Fahrer
fahrlässig gehandelt hatte, er wusste, daß seine Bremsen
nicht 100%ig in
Ordnung waren.
In trauriger Stimmung
erreichten wir am Mittag Jalalabad.
Eigentlich wollten wir völlig unangemeldet die Klinik besuchen.
Der Fahrer hatte jedoch ca. 3 Stunden
vor unser Ankunft den Leiter der Klinik, Dr. Mirwais angerufen. Dieser
erwartete uns dann auch und hatte dafür gesorgt, dass uns an
nichts fehlte. Wir
übernachteten in der Klinik. Es war für mich
sehr erfreulich, festzustellen, dass
Sauberkeit und Ordnung in den allen Bereichen der Klinik nichts zu
wünschen
übrig lassen. Das ist
nicht so selbstverständlich für solche Kliniken in
Afghanistan.
Mein Ankunftstag
war ei n
religiöser
Feiertag (Geburt
des Propheten Mohammed) und so konnte ich
erst am nächsten Tag den Ablauf des Klinikbetriebes beobachten.
Den „freien Tag“ nutzen ich um mit Dr. Mirwais über die Klinik,
Personal und
Ablauf der Untersuchungen zu sprechen. Er gab mir einen Überblick
über
täglichen Ablauf des Betriebes.
Üblicherweise
ist der Fahrer der
erste der schon um 7:00 Uhr auf der Matte steht und das Personal von zu
Hause abholt,
er kehrt dann gegen 8:00 Uhr mit den Angestellten in de Klinik
zurück. Während
dieser Zeit kümmert sich die Putzfrau und der Wächter der
Klinik um Sauberkeit
und Ordnung in den Räumen. Sie machen das vorbildlich! Viele
Kliniken und
Ambulanzen haben nicht viel übrig für Ordnung und Hygiene.
Die
Klinik war nach dem
Feiertag recht gut be sucht.
Man teilte mir aber
leise mit, dass es wegen des starken Regens eher
ein ruhiger Tag sei. Die Patientinnen kommen recht
früh, werden aus Sicherheitsgründen von einer Aufsichtsperson
(eine
einer Frau) durchsucht und warten auf die Verteilung der Karten, nach
deren
Reihefolge sie dann später aufgerufen werden. Bis zu 100 Karten
werden täglich
ausgegeben, mittlerweile ist das allen
Patientinnen bekannt es gibt keine Drängelei es läuft
für afghanische
Verhältnisse sehr ordentlich und ruhig. Diese
Karten berechtigen sie – falls notwendig und ein Rezept ausgestellt
wurde -
auch zum Bezug von Medikamenten, für die sie nur 35 % des
normalen Preises
bezahle müssen! Tabletten werden nicht packungsweise abgegeben wie
bei uns in
Deutschland. Die Patienten erhalten nur soviele Tabletten wie verordnet
wurden
und notwendig sind. Waisenkinder, Witwen, Behinderte und Ammen bekommen
die
Medikamente umsonst. Es gibt auch Verhütungsmitteln und Spritzen,
die von
der
Klinik den Patientinnen zur Verfügung
gestellt werden. Die Ausgabe von Kondomen ist ab April vorgesehen!
Alle Impfungen die bei
Müttern und Kindern erfolgen, werden im Impfpass eingetragen und
die Patienten
bei Bedarf zur erneuten Impfung einbestellt. Viele Mütter bringen
Ihre kranken Kinder zur
Behandlung. Man kümmert sich um
alle Patientinnen, sie werden mit Medikamenten versorgt und zahlen
lediglich
ca. 35% des normalen Ladenpreises, der Rest wird vom ADAV finanziert.

Schwangere Frauen
kommen zur Gewichts-
und Ultraschallkontrolle,
die Ergebnisse werden in einer Akte festgehalten. Bei
Verdacht auf Schwangerschaft werden die Patientinnen von der
Gynäkologin Fr. Dr.
Mahmood
persönlich untersucht. Es gibt auf meine Nachfrage hin einen
Schwangerschaftstest und bei Bedarf eine Ultraschalluntersuchung. Die
Schwangeren werden ins Buch eingetragen u nd
bis zur Entbindung 8 mal
zur Voruntersuchung
einbestellt. Während dieser Zeit wird bei der werdenden Mutter das
Gewicht,
Urin, Herztöne des Kindes und sonographische Untersuchung
stattfinden.
Alle frisch entbundenen
Frauen werden auch in der Klinik behandelt, die Kinder werden gewogen, Impfpässe werden ausgestellt und
die Mütter mit Ihren Kinder wieder zur
Impfung einbestellt!
Es gab auch
glücklicherweise die erste Entbindung in der MCH-Clinic, es war
ein
gesundes Mädchen.
Während der Wartezeit
erhalten die Mütter Unterricht in Gesundheitserziehung,
Schwangerschaftsverhütung und Hygiene. Alles
wird sehr anschaulich
mit Hilfe
von Zeichnungen und Bilder vermittelt. Auch Frauen die nicht lesen
können kann
so notwendiges Basiswissen vermittelt werden.

Die
Medikamenten werden stets am Ende jedes Monats für den Folgemonat
eingekauft.
Damit wird sichergestellt, daß jeden M onat ungefähr der
gleiche Betrag an
Medikamenten aufgewendet wird. Gehälter werden ebenfalls
Ende des jeweiligen Monats bezahlt bisweilen aber auch etwas
später, je nach
dem wann die Gelder des ADAV eingehen.
Die Menschen sind alle
begeistert, hochzufrieden und sehr dankbar für Hilfe und
Versorgung die sie in
in der Klinik erhalten. Unser Personal wird respektiert ist beliebt und
die
Arbeit des Vereins ist sehr hoch angesehen in Jalalabad. Ich war
angenehm
überrascht, als eine ältere Frau auf mich zukam, und mir
für die Hilfe dankte. Sie hatte erfahren, dass ich aus Deutschland
zu Besuch gekommen war. Unter
Tränen sagte sie mir, dass sie für uns alle beten würde,
weil wir eine sehr
gute, gewissenhafte und mensch enwürdige Hilfe Vorort leisten. Ihre
gesamte
Familie wird in der MCH-Clinic behandelt, alle sind sehr zufrieden und
dankbar.
„Bitte
erzählen Sie das alles in Deutschland, damit die Menschen wissen,
dass ihre
Hilfe nicht vergeblich. Gott sei mit Euch.“
Zekria Nazary, ADAV Freiburg
Die Kosten haben sich gegenüber 2005 etwas verringert. Der Grund
dafür sind geringere Personalkosten, in der Klinik arbeitet eine
Person weniger als letztes Jahr. Es wurde drastisch beim
Energieverbrauch gespart und auch die Kosten für die Medikamente
konnten gesenkt werden.
Trotz alledem liegen die durchschnittlichen monatlichen Kosten nach wie
vor ca. 3.000 Euro!
Weiter Information über die Mutter-Kind-Klinik und die Arbeit des
Vereins im Jahr 2006 finden Sie im Archiv in unserem Jahresbericht 2006
| Expenses |
2005
|
2006 |
Allgemeine Kosten
|
1.572,00
€
|
2.655,00
€
|
| Telephon Fax |
372,00
€
|
369,00
€
|
| Büroaufwand |
738,00
€
|
266,00
€
|
| Benzin/Strom/Gas |
1.495,00
€
|
822,00
€
|
Medizinische
Ausrüstung
|
|
325,00
€
|
| Medikamente |
10.875,00
€ |
8.340,00
€
|
Transport Personal
|
2.270,00
€ |
2.400,00
€
|
| Gehälter |
16.470,00
€ |
14.720,00
€
|
Miete
|
3.840,00
€
|
4.000,00
€
|
Training / Impfung
|
|
198,00
€
|
| Labormaterial |
152,00
€ |
185,00
€
|
Gesamtsumme
|
37.784,00
€
|
34.279,00€
|
Monatliche
Ausgaben
|
3.148,67
€
|
2.856.58
€ |
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Spendenkonto: Sparkasse
Freiburg/Nördl.Breisgau - BLZ 68050101 - Konto-Nr.2308638
Wenn
Sie Interesse an einer vorübergehenden oder dauerhaften
Beschäftigung in Afghanistan haben
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Afghanisch
Deutscher Ärzteverein
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Kaiser-Joseph-Str.205 79098 Freiburg
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