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Projekt Mazar-i-Sharif
Sonographieausbildung der afghanischen Ärzte in Mazar-i-Sharif
Provinz Balkh im Norden von Afghanistan

Abschlusskurs: vom 16.03.05 bis 31.03.05

In diesem Kurs (Projekt Mazar-i-Sharif) nahmen 11 Ärzte und 6 Ärztinnen aus Mazar-i-Sharif und Umgebung teil. Leider  konnten vier Ärzte aus familiären Gründen nicht  am Abschlusskurs teilnehmen (diese Ärzte müssen  den Abschlusskurs nachholen). Der Kurs fand wieder in Sehat-Ama Krankenhaus statt.

Sono-Mazar

Der Grundkurs sowie der Aufbaukurs waren bereits im Jahr 2004 bzw. am Beginn des Jahres 2005 erfolgreich durchgeführt worden. Der Grundkurs vermittelt die physikalischen Grundlagen des Verfahrens und vor allem die Untersuchungstechnik und die Normalbefunde. Im Aufbaukurs werden dann systematisch pathologische Befunde im sonographischen Bild, immer im Zusammenhang mit der klinischen Symptomatik, vorgestellt. Im Abschlusskurs wird besonderer Wert auf die differentialdiagnostische Abgrenzung der Befunde gelegt. Wichtig ist auch die Vermittlung der unterschiedlichen Wertigkeit der sonographischen Bildgebung bei verschiedenen Krankheitsbildern.

In der ersten Woche des zweiwöchigen Abschlusskurses wurde von Dr. Mohammad Nawab Kamal aus Kabul die Sonographie in Geburtshilfe und Gynäkologie abgehandelt. Dr. Kamal ist aufgrund seiner profunden Kenntnisse in der Sonographie und seines pädagogischen Geschicks ein hervorragender Lehrer und auch als Übersetzer für die ausländischen Dozenten unverzichtbar für das Gelingen der Ultraschallkurse. In der zweiten Woche wurde die internistische und chirurgische Sonographie von Dr. Joachim Reuß aus Böblingen, Deutschland, abgehandelt. Der Inhalt des Unterrichtes wurde als Skript an die Teilnehmer verteilt. Zusätzlich zum bisherigen Lehrstoff wurden noch Themen wie die Sonographie der Schilddrüse, der Pleura oder der Appendizitis vorgestellt.

Im Grundkurs ist vor allem die topographische Vorstellung von der Anatomie und das Denken in Schnittbildern, nicht in dreidimensionalen Organformen, ein schwieriges Handicap für manche Kursteilnehmer. Im Abschlusskurs gestaltet sich das vernetzte Denken in Differentialdiagnosen, abweichend vom reinen Auswendiglernen, als eine bisher offenbar nicht eingeübte Form des Lernens dar. Diese vom Traditionellen abweichenden Formen erschweren natürlich neben der reinen fachbezogenen Wissensvermittlung das Lernen für die Kursteilnehmer und stellen auch besondere Anforderungen an die Didaktik der Dozenten. Trotz dieser Schwierigkeiten haben sich alle Kursteilnehmer mit Feuereifer in das Lernen gestürzt und haben großes Interesse bewiesen. Vorgestellte Befunde wurden eifrig differentialdiagnostisch diskutiert. Die Kursteilnehmer bewiesen dabei auch den in den vorhergehenden Kursen erworbenen hohen Wissensstand. Besonders erfreulich ist, dass es gelungen ist, auch die traditionell in der Öffentlichkeit zurückhaltenden Frauen in die Diskussionen gleichberechtigt mit einzubeziehen.

Die praktischen Übungen wurden intensiv zur Verbesserung der Untersuchungstechnik und zur Schulung der differentialdiagnostischen Fähigkeiten genutzt. Allen untersuchten Patienten wurden im Anschluss an die Untersuchung vom jeweiligen Untersucher verfertigte „reports“ für den zuweisenden Arzt mitgegeben. Im Vergleich zu früheren Kursen hat die Anfertigung dieser „reports“ den Kursteilnehmern keine Schwierigkeit bereitet, die Disziplin dabei war sehr hoch. Besonders beeindruckend war für die Kursteilnehmer, dass es gelang, bei einigen der Patienten auch schwierige Diagnosen wie eine Appendizitis sonographisch zu erarbeiten und noch während des laufenden Kurses die Richtigkeit der gestellten Diagnose postoperativ zu erfahren. Dies unterstreicht den Wert des Verfahrens ganz erheblich und zeigt eindrucksvoll, dass Ultraschall als Diagnoseverfahren auch in Entwicklungsländern von hohem Wert ist. Es gelingt mittels Sonographie aber auch, unnötige Operationen, z.B. bei Schwerverletzten, zu vermeiden, was für die betroffenen Patienten bei den schwierigen hygienischen Verhältnissen in den Operationsbereichen lebensrettend sein kann.

Die Reise nach Mazar-i-Sharif war durch wetterbedingte Schwierigkeiten bei der Passage des Salangpasses und durch mehrere Autopannen anstrengend. Dazu hat auch das enge Zeitkorsett nicht unerheblich beigetragen. Diese Anstrengung ist aber rasch vergessen, angesichts der Freude über den erfolgreichen Abschluss des dritten Ultraschallprojektes, bei dem alle Teilnehmer die abschließende praktische und theoretisch-schriftliche Prüfung erfolgreich bestanden haben. Dies motiviert zu weiteren Projekten.

Der ADAV wird ein Projekt der Sonographieausbildung in diesem Jahr in der Westprovinz Herat realisieren. Zur Zeit findet die Vorbereitung und Selektion der Ärzte  in Kooperation mit der medizinischen Fakultät in Herat (Dr.med. Aram) statt. 

in Kooperation mit der medizinischen Fakultät in Herat (Dr.med. Aram) statt. 

Dr. Joachim Reuß, Böblingen, Dr. Zahir Nazary,Freiburg, 11.04.1005
Sono-Mazar

 
     

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