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Reiseberichte - Mai  2004, MCH-Clinic Jalalabad       Patenschaftsantrag Patenschaftsantrag


Warenangebot
 
Besuch der MCH Clinic in Jalalabad vom 5.5. - 7.5. 2004

(von Dr. Michael Berger) Download als PDF-Datei

Die Stadt
Jalalabad mit z.Z. ca 300.000 Einwohnern wirkt gegenüber meinem Besuch im April 2001 äußerlich unverändert. Unbebefestigte Straßen, offene Kanalisation, sehr schmutzig, starker Verkehr. Das Warenangebot ist sichtbar größer geworden. 

Ausländer sollten sich nicht allein in der Stadt bewegen. Es gibt kein Internetcafe, kein öffentliches Fax, Telephonverbindung ist nur über die beiden afghanischen Handyprovider möglich.

Die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung erfolgt über sieben Einrichtungen (siehe Lageplan) : University Hospital, Public Health Hospital und vier Mutter Kind Kliniken: AGDA (Afghg.German Doctors Ass.) ISRA (Int. Saudi Arab Ass. ), UMCA (United Medical Center) HEWAD (Eigenname, der Paschtunisches Land bedeutet). Die beiden letzteren werden durch den NCA betrieben, eine norwegische NGO. Daneben gibt es noch eine kleine Ambulanz: Afghan womans Hospital. Die Kliniken werden durch den staatlichen Health Director mittels des PHC (Privacy Health Department Care) “kontrolliert”, was sich vor allem in Geldforderungen an die NGOs vollzieht.

MCH-KlinikeingangDie MCH Clinic
Die MCH Clinic des AGDA befindet sich im SW der Stadt in einem Haus mit einer Nutzfläche von ca 300 qm. Ein eigener Brunnen mit Pumpe, ein kleines Stromaggregat sichern die Grundversorgung mit Wasser und Strom, seit wenigen Tagen gibt es auch städtischen Strom. Vom Hof (Wartezimmer und Küchenanbau) gelangt man ins Erdgeschoss mit fünf Räumen (jeweils ca. 15 -20 qm) für Gesundheitserziehung, Impfung, Apotheke, Untersuchung Schwangere, Untersuchung Frauen.

Im 1. OG befinden sich Labor, Untersuchung Kinder, Office und Lage rraum. Für Patienten und Mitarbeiter gibt es getrennte Toiletten. das Haus ist sauber und aufgeräumt. Es sind 12 Personen beschäftigt: Dr. Koshal (Direktor) Dr. Mirweis (Kinderarzt) Dr. Mahmooda (Frauenärztin) ein Laborant, eine Apothekerin, eine Krankenschwester, eine Gesundheitserzieherin, zwei Impfschwestern, eine Putzfrau und zwei Wächter. Dr. Koshal, eine Impfschwester, der Laborant und ein Wächter waren schon vor drei Jahren angestellt, die übrigen Personen sind neu, die Frauenärztin seit April dieses Jahres.

GesundheitserziehungDer tägliche Betrieb ist gut organisiert und läuft gelassen und freundlich ab. Um acht Uhr wird das Personal durch einen Fahrer von zu Hause gebracht und um ein Uhr mittags wieder nach Hause gefahren. Gearbeitet wird an sechs Tagen vormittags. Die ersten 70 Patientinnen erhalten eine kleine Karte, die sie zum Medikamentenbezug berechtigt, die später Kommenden müssen ihre Medikamente privat in der Stadt kaufen. Nach der Gesundheitserziehung im Hof werden die Patientinnen und Kinder auf die Ärzte verteilt, die ggf. Laboruntersuchungen anordnen und ein Rezept ausstellen. Nach Ausgabe der Medikamente werden die Patienten mit einem Ausweis (Name und lfd. Nr.) nach Hause entlassen. Der gekühlte Impfstoff wird jeden morgen von der Unicef gebracht. Impfen

Im Jahr 2003 wurden 24.590 Frauen und Kinder medizinisch behandelt, wobei der Anteil der Kinder ca. 50 % betrug. Die meisten Erkrankungen betrafen die Atemwege und den Magen Darmtrakt. Zusätzlich wurden 22.035 Impfungen durchgeführt. Alle Frauen erhielten während der Wartezeit Gesundheitsinstruktionen über Ernährung, Hygiene, Schwangerschaft und häufige Krankheiten.

 Dokumentation
Die Dokumentation dieser Vorgänge erfolgt außerordentlich genau im wesentlichen durch die Apothekerin. Sie überträgt von den Rezepten Name und Diagnose in ein Buch, ebenso die Diagnosen und Namen der Patienten ohne Berechtigung des Medikamentenbezugs. Für Schwangere wird für die Zeit der Schwangerschaft ein Karte angelegt, die in der Klinik aufbewahrt wird. Ferner dokumentiert die Apothekerin tablettengenau die Abgabe von Medikamenten. Dies erfolgt auf Listen, die den monatlichen Anfangsbestand aller Medikamente verzeichnen, sodaß eine tagesgenaue Bestandsliste der vorhandenen Medikamente besteht. Der Laborant erstellt täglich eine Liste seiner Untersuchungen, die Impfschwesetern registrieren die durchgeführten Impfungen auf einem Wandblatt, die Ärzte führen einen Monatsliste ihrer Untersuchungen. Alle Daten werden von Dr. Koshal in einem monatlichen Report zusammengeführt und nach Freiburg gefaxt. Alle drei Monate erstellt er einen kummulierten Report, den er in einem Jahresreport zusammenfasst.

Kosten
Die Kosten haben haben sich in 2002 gegenüber 2001 verdoppelt, und in 2003 gegenüber 2001 verdreifacht.
MCH Clinic Jalalabad
Expenses 2003
General Expenses 3.408,33 €
Telephon Fax 1.113,62 €
Stationary 566,81 €
Benzin/Strom/Gas 1.405,47 €
Medical Equipment 2.061,56 €
Medicine 12.473,88 €
Transportation 2.850,00 €
Salaries 16.120,00 €
Rent of House 4.060,00 €
Lab materials 552,33 €
SUM 44.612,00 €
Expenses per month 3.717,67 €
Einsparungen sind bestenfalls beim Medikamenteneinkauf möglich,  die übrigen Kosten haben eher  die Tendenz zu steigen, als zu fallen.

Weitere Vorhaben
 Im Hof der Klinik parkt der aus Deutschland überführte Notarztwagen. Das Fahrwerk wurde höher gelegt und beim Zoll in Karatschi entwendete Teile ersetzt. Dr. Koshal möchte nach dem Vorbild der in Jalalabad tätigen NGO: Afghan Rehabiltation and Development Center (Leiter: Dr. Sayet Fazel Rabbani) eine mobile Klinik aufziehen. Sie benutzen ein Zelt, das sie wöchentlich zweimal vormittags in einem Dorf aufstellen. Insgesamt werden in zwei Monaten acht verschiedene Dörfer im Umkreis von 45 km besucht. Für die geplante Ambulanz soll ein Arzt (Ärztin), eine Hebamme, eine Krankenschwester und einen Laborant tätig werden und etwa acht Dörfer betreut werden. Die Kosten dürften 2000 Euro monatlich betragen.

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