Anfängerkurs:
vom 25.07.03 bis 05.08.03
Das zweite Sonographieprojekt
wurde nach dem erfolgreich
durchgeführten Projekt I (3-teiliger Kurs von Oktober 2002 – April
2003) in Kabul vom
Juli 2003 bis Januar 2004 geplant und begonnen.
Da die Nachfrage zur
Teilnahme an der Sonographieausbildung
in Afghanistan sehr groß war, haben wir uns entschieden, bei der
Wahl der Ärzte
Eingangstestate durchzuführen. Von den ca. 120 angemeldeten wurden
25 Ärzte
jetzt in den Kurs aufgenommen. Hier waren wiederum die Kriterien
für die
Aufnahme 2 Jahre klinische Erfahrung, Englischkenntnisse sowie
Interesse an der
Sonographie-Untersuchung. Wir haben darauf geachtet, daß
Ärzte von den
medizinischen Fakultäten (Instituten), MoH und aus dem ganzen Land
ausgebildet
werden. 10 Ärztinnen und 15 Ärzte aus mehreren Provinzen
nahmen daran teil. Die
meisten Ärzte waren aus Kabul oder der näheren Umgebung, aber
auch aus
Nangarhar, Kunar, Kandahar, Herat, Kunduz und Logar.
Malteser International und WHO
haben uns jeweils einen Arzt
zur Ausbildung zur Verfügung gestellt.
Von Deutschland
nach Afghanistan geflogen sind Dr.Wanner,
Oberarzt in der Inneren Abteilung des Marienkrankenhauses Stuttgart
(DEGUM
Ausbilder), Frau Dr.Sita Hallier, Gynäkologin,
Assistenzärztin im Krankenhaus
Hagen und Dr.Nazary, niedergelassener Allgemeinarzt und Phlebologe in
Freiburg.
Der Kurs fand wiederum in
Schulungsräumen des Rabia-e-Balkhi
Frauenkrankenhauses in Kabul statt.
Die Ärzte
in Afghanistan müssen alle Bereiche der
Sonographie abdecken, und erhielten daher in der ersten Woche einen
Kurs in
Ultraschall der Inneren Medizin und in der zweiten Woche einen
gynäkologischen
Grundkurs. Der Unterricht begann morgens um 8.00 Uhr und endete auf
Wunsch der
Teilnehmer ohne Pause um ca. 15.00 Uhr tgl. Vormittags fand ca. 4 Std.
theoretischer Unterricht in Englisch mit der Übersetzung in Dari
durch Dr.
Kamal statt. Am Anschluss wurden die Patienten sonographisch untersucht
und
demonstriert.
Es wurde über
die physikalischen Grundlagen der Sonographie,
den Untersuchungsablauf, die einzelnen Organsysteme wie Leber,
Gallenwege und
Gallenblase, Pankreas, Nieren, Milz, -Retroperitonealorgane, Harnblase,
Prostata und letztlich auch eine Übersicht über
Schilddrüse unterrichtet.
Zuerst wurden die Normalbefunde besprochen und dann zu jedem
Organsystem die
wichtigsten Pathologika demonstriert. Im Fachbereich Gynäkologie
und
Geburtshilfe wurde hauptsächlich auf
Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchung wert
gelegt. Jeweiliges Unterrichts-Curriculum liegt vor.
Der Unterricht wurde
zum ersten mal mit Laptop und Beamer
erfolgreich durchgeführt.
Am 5.8.03 wurden die
Teilnehmer mündlich und schriftlich
geprüft. Alle Teilnehmer haben die Prüfung bestanden,
außer einem, der nicht an
der Prüfung teilnehmen konnte. Insgesamt waren die Teilnehmer sehr
engagiert
und interessiert. Das Eingangstestat (Interview) hat uns geholfen, die
motivierten und interessierten Ärzte an der Ausbildung zu
wählen. Bei der
Ärztewahl sollte man in der Zukunft solche Methoden anwenden.
Das Ziel der
Ausbildung ist , einheimische Ärzte als
Ausbilder zu trainieren. So haben wir zwei Ärzte, die in Projekt I
ausgebildet wurden als Tutoren
bei Projekt II im praktischen Unterricht eingesetzt (Dr. Amanula und
Dr.Mujahed).
Um unsere
langfristigen Ziele umzusetzen, einheimische Ärzte
als Ausbilder auszubilden, wird Herr Dr.Nawab Kamal am 8.10.03 zu einer
dreimonatigen
Ausbildung nach Deutschland reisen. Es ist geplant, nach Beendigung des
2.
Projektes Dr. Nawab Kamal als selbständigen Ausbilder in
Afghanistan für die
jungen Ärztinnen und Ärzte einzusetzen.
Als Erfolg ist zu
verzeichnen, daß die internationalen
Organisationen, wie Malteser International und der WHO Interesse an
unserer
Arbeit zeigten und uns Ärzte zur Ausbildung zur Verfügung
gestellt haben.
Die Präsidentin
des Rabia-e- Balkhi Krankenhauses, Frau Dr.
med. Nasrin Orakhel, schlug die Supervision der ausgebildeten Kollegen
in den
Kliniken vor. Dies wurde bereits teilweise realisiert, aber aus
personellen und
zeitlichen Gründen konnten wir diesen Vorgang nicht
vollständig durchführen.
Wir haben ein von General Electric gespendetes Sonografiegerät an
das Ministery
of Health für
das Rabia-e- Balkhi Krankenhaus geholt
und dort aktiviert. Wir werden bei den nächsten Besuchen
versuchen, die
ausgebildeten Kollegen in zwei ausgewählten Krankenhäusern
(Rabia-e- Balkhi und
Malalai Frauenkrankenhaus) regelmäßig zwecks Verbesserung
der Kenntnisse und als Erfahrungsaustausch
zu betreuen.
Die Reisekosten,
Übernachtung und Verpflegung der Dozenten
sowie die Verwaltungskosten wurden vom DAAD finanziert. Ohne
Finanzierung des
Amtes wäre dieses erfolgreiche Projekt nicht zustande gekommen.
Wir möchten uns
hiermit beim DAAD für die finanzielle Unterstützung bedanken.
Außerdem hat uns
das DED-Büro in Kabul ständig bei der Bewachung der
Geräte geholfen, wofür wir
uns auch bedanken möchten.
05.09.2003
Dr. Zahir Nazary, Vorstand