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Projekt Kabul
Sonographieausbildung der afghanischen Ärzte in Kabul

Abschlußrkurs: vom 19.04.03 bis 29.04.03

Der Kurs 3 (Abschlusskurs), Projekt I, wurde vom 19.-29.4.03 in Kabul mit der finanziellen Unterstützung des DAAD erfolgreich durchgeführt.

Der ADAV hatte zuvor bereits 2 Kurse (Anfänger- und Aufbaukurs in der diagnostischen Sonographie) im Rabia-Balkhi-Frauen-Krankenhaus erfolgreich durchgeführt.  

Zur Realisierung des Projektes (Kurs 3) sind Prof. Dr. Wienbeck, Dr. Ralf Becker und Dr. Zahir Nazary nach Afghanistan geflogen. Dr. Nawab Kamal hat die Übersetzungs- und Supervisionsaufgabe übernommen. Dr. Tasal Khoshal, Leiter der MCH-Klinik in Jalalabad, hat die organisatorische Arbeit in Kabul übernommen.  

Der Unterricht wurde wiederum im Rabia-Balkhi-Frauen-Krankenhaus am Vormittag in Form von Theorie und am Nachmittag mit Untersuchungen an den Patienten durchgeführt. Da Dr. Becker nur eine Woche in Kabul bleiben konnte, hat er mit dem gynäkologischen und geburtshelferischen Teil angefangen. Nach einer Woche wurde der internistische Teil von Prof. Dr. Wienbeck übernommen. Der Unterrichtsinhalt wurde hier in Deutschland nach Vorbild des DEGUM fertiggestellt, wiederum haben wir mehr Gewicht auf Schwangerschaftsvorsorge gelegt (siehe das beiliegende Curriculum). Der internistische Unterrichtsinhalt bezog sich auf Leber-, Gallen-, Blasen-, Nieren-, Intestine-, Schilddrüsen- und Gefäß-Diagnostik (das Curriculum der internen Medizin ist beigelegt). Hier im Abschlusskurs wurde die Pathologie in den Vordergrund gestellt.  

Es haben 22 Ärzte (davon 10 Ärztinnen) an dem Unterricht teilgenommen. 4 Ärztinnen stammen aus den Provinzen Nengarhar, 1 Arzt stammt aus Jozjan, 1 Arzt stammt aus Logar (siehe Teilnehmerliste). 20 Ärzte haben die Prüfung bestanden, 2 Ärzte konnten nicht an den Prüfungen teilnehmen.  

Bei der Abschlussfeier am 29.4.2003 waren je ein Vertreter des Public Health Ministeriums, sowie des Ministery of Higher Education, ein WHO-Vertreter, Chefärzte der großen Kliniken, die Vertreterin der deutschen Botschaft, Frau Claudia Schött, die Vertreterin des DAAD, Frau Schlottmann, zwei Vertreter des DED und Vertreter anderer Organisationen anwesend.  

Insgesamt bewerten wir das Ultraschallprojekt als sehr erfolgreich, obwohl wir zum ersten Mal solche Aktivitäten in Afghanistan durchgeführt haben. Die Resonanz von Seiten der Kollegen ist sehr groß. Wir wurden gebeten, weitere Kurse durchzuführen. Nach meiner zweitägigen Reise nach Mazar-I-Sharif und der Kontaktaufnahme mit dem Direktor der Gesundheitsbehörde, Dr. Rabi Mirwais, wurde die Genehmigung zur Durchführung eines Ultraschallkurses im Mazar-I-Sharif erteilt. Die Kontaktaufnahme zu der Gesundheitsbehörde der Provinz Herat, Dr. Hosain Farid, ergab, dass auch dort die Durchführung solcher Projekte gewünscht wird.

Wir werden in Zukunft die Ausbildung der Ärzte in Afghanistan als eigenständige Leistung anbieten. Hier sind Zielgruppen u.a. afghanische Ärzte, die bei den Hilfsorganisationen arbeiten. Diesbezüglich wurde schon Kontakt mit den Organisationen wie dem Schwedischen Komitte, Health Net International, Ärzte ohne Grenzen und Malteser International aufgenommen.  

Der ADAV hat entschieden, dass das nächste Ultraschallprojekt aus Sicherheitsgründen nicht in den Provinzen stattfinden kann. Das nächste Projekt (Ultraschall) wird in Kabul für etwa 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgeführt. Die Hälfte der Teilnehmer werden aus den Provinzen von einer Prüfungskommission ausgewählt. Es ist geplant, für Projekt II den Anfängerkurs im Juli 2003, den Aufbaukurs im Oktober 2003 und den Abschlusskurs im Januar 2004 durchzuführen.  

Die Ergebnisse dieser Arbeit haben gezeigt, dass das Engagement der Exil-Afghanen beim Wiederaufbau des Landes unentbehrlich ist. Es ist zu empfehlen, die afghanischen Fachkräfte vermehrt an den Aufbauprojekten in Afghanistan zu beteiligen.  

Die Reisekosten, Übernachtung und Verpflegung der Dozenten sowie die Verwaltungskosten wurden vom DAAD finanziert. Ohne Finanzierung des Amtes wäre dieses erfolgreiche Projekt nicht zustande gekommen. Wir bedanken uns hierfür nochmals.  

ADAV e.V.

Dr. Zahir Nazary, Vorstand

    ADAV
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