Geschichte des ADAV

Der Afghanisch Deutsche Ärzteverein (ADAV) arbeitet seit 1997 in Afghanistan und Deutschland mit am zivilen Wiederaufbau von Afghanistan. In Afghanistan organisierte und finanzierte er eine Mutter-Kind-Klinik, bildete Ärztinnen und Ärzte in Sonographie und Radiologie aus, und verteilte medizinische Hilfsgüter und Geräte. In Deutschland arbeitete der ADAV zusammen mit anderen afghanischen Ärztevereinen in einem Dachverband (DAMF).
Die Aktivitäten des ADAV und des Dachverbandes sind nur noch marginal. Dafür gibt es verschiedene Ursachen. Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit 1997 nicht verbessert. Trotz oder auch wegen der Intervention der NATO seit 2002 geht der Bürgerkrieg weiter. Die in das Land geflossenen internationalen Zahlungen haben keine grundlegende Strukturänderung bewirkt. Wirtschaftlich ist Afghanistan nach wie vor von ausländischen Zahlungen abhängig. Afghanische Ressourcen wie Bodenschätze und Land werden unzureichend genutzt. Trotz breiterer Schulbildung und Verbesserungen im Gesundheitssystem entstand keine „bürgerliche“ Mittelschicht, die Träger eines demokratisch organisierten Gemeinwesens hätte sein können. Traditionale Einstellungen, die sich an Verwandtschaft, Volksgruppen, Regionen und der islamischen Religion orientieren, sind ungebrochen vorherrschend. Die geringen Durchschnittseinkommen sind die Basis umfassender Korruption. Versteckte oder offene Interventionen von Pakistan, China, USA destabilisieren die Entwicklung des Landes.

Die Mutter-Kind-Klinik in Jalalabad

Seit 1999 unterhielt der ADAV eine Mutter-Kind-Klinik in Jalalabad (Südostafghanistan) Täglich wurden dort ca. 120 Frauen und Kinder ambulant behandelt. Die Klinik beschäftigte einen Arzt und eine Ärztin sowie weitere 12 Personen medizinisches Personal. Die monatlichen Kosten betrugen ca. 3000 Euro, die von Vereinsmitgliedern aufgebracht wurden. Die anfängliche Ausstattung der Klinik wurde vom ADAV Freiburg erbracht. Der Leiter der Mutter Kind Klinik berichtete monatlich über seine Tätigkeit. Einmal jährlich wurde die Klinik aus Freiburg besucht. Eine fachgerechte Evaluierung der Kliniktätigkeit erfolgte nicht.
Schon 2013 und dann verstärkt 2014 kam es zu einem erheblichen Rückgang der deutschen Spenden und Mitgliedsbeiträge. Daher konnte nach dem 1. April 2014 keine finanzielle Unterstützung mehr erfolgen. Der Leiter der Klinik, Dr. Mirweis führte die Klinik in eigener Verantwortung weiter. Der „Humanitäre Verein Freiburg“ mit ca. 350 afghanischen Mitgliedern entschloss sich, ab September 2014 die Mutter-Kind-Klinik mit 1.000 US$ monatlich zu unterstützen, hat diese Zahlungen aber infolge interner Auseinandersetzungen des Humanitären Vereins beendet. Eine Afghanische Initiative unterstützt zurzeit noch die MCH Klinik. Weitere Informationen im Archiv.

Sonographieausbildung

Seit 2002 führte der ADAV in Afghanistan Kurse zur Ausbildung in Sonographie für afghanische Ärztinnen und Ärzte durch. Der Unterricht erfolgt in drei aufeinander aufbauenden Teilkursen von jeweils zehn Tagen nach den Richtlinien der DEGUM. Nach jedem Teilkurs fand eine schriftliche und praktische Prüfung statt. Es gab sechs dreiteilige Kurse mit 122 Teilnehmern, davon 44 Ärztinnen. Die Teilnehmer kamen aus allen Provinzen Afghanistans. Anfänglich reisten deutsche Ausbilder nach Afghanistan, dann übernahm Dr. Kamal und seine Mitarbeiter in Kabul diese Aufgabe. Die Kosten von 3.500 Euro pro Teilkurs wurden von großen Organisationen wie Misereor, Caritas, Entwicklungstiftung Baden Württemberg finanziert. Weitere Informationen im Archiv.

Radiologieausbildung

Ab 2006 begann der ADAV mit der Ausbildung von MTAs für Röntgentechnik. Bei Vorbereitungsreisen wurde die Auswahl der Auszubildenden mit den Gesundheitsbehörden abgestimmt. mindestens 50 % sollten aus den Provinzen gewählt werden, möglichst 50 % weibliche Teilnehmer, klinische und praktische Erfahrung, möglichst Englischkenntnisse. Schließlich nahmen 31 MTA und Ärzte aus Kabul und acht Provinzen teil, allerdings nur sechs Frauen.
Der Unterricht wurde im Ali-Abat-Krankenhaus (Lehrkrankenhaus der medizinischen Universität Kabul) durchgeführt. Kurssprache war Dari. Täglich wurden nach zwei Stunden Theorie mehrere Stunden praktische Übungen an drei Röntgengeräten durchgeführt. Der Lehrstoff wurde jeweils am folgenden Tag repetiert. Der Lehrstoff umfasste physikalische Grundlagen des Röntgens, technische Voraussetzungen, Strahlenschutz, Schädigung durch Strahlen, Filmentwicklung, Beschriftung und Interpretation von Röntgenaufnahmen. Zur Ergänzung ihrer Mitschriften erhielten alle Teilnehmerinnen ein 100-seitiges Manuskript der Power Point Präsentation. Die abschließende Prüfung haben alle Teilnehmer bestanden.

Weitere Informationen im Archiv.


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